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Grüne Logistikimmobilie

Die Logistikimmobilie ist grün

Nachhaltigkeitsstrategien bei Konzipierung von Logistikimmobilien

Die Global Player der Logistikimmobilienbranche setzen zunehmend auf Nachhaltigkeit. Unternehmen wie Gazeley und Prologis sind dafür ein Beispiel. Im Unterschied zu vergangenen Jahren handelt es sich dabei nicht um reine Image-Kampagnen, sondern um wirtschaftliche Zukunftsstrategien. Diese Markttendenz hat einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung von Logistikimmobilien. Das Architekturbüro ASA - Alexander Schwab Architekten GmbH aus München hat sich auf die Planung und Umsetzung von nachhaltigen Logistikimmobilien spezialisiert. Dem von ASA geplanten Mehrwert liegt eine Nachhaltigkeitsstrategie zu Grunde, die bei einer ganzheitlichen Betrachtung aller Prozesse, den gesamten Lebenszyklus der Immobilie berücksichtigt.

Sie basiert auf:
- Energieeffizienz
- Einsatz von erneuerbaren Energien
- funktionaler und gestalterisch ansprechender Architektur

Energieeffizienz

Der Ansatz der Energieeffizienz verfolgt das Ziel, mit minimalem Energieeinsatz einen maximalen Wirkungsgrad zu erreichen. Jedes „Abfallprodukt“, wie z.B. Abwärme, wird darauf hin untersucht, ob es der Logistikimmobilie als Rohstoff wieder zugeführt werden kann. Dabei müssen die spezifischen Rahmenbedingungen, wie die klimatischen Verhältnisse oder die Eignung für die verschiedenen erneuerbaren Energien berücksichtigen werden. Das wird durch einen eng abgestimmten Einsatz der Haustechnik an das Nutzerverhalten erreicht, z.B. mittels der Installation von Motion Control Systemen, durch die der Energieaufwand für Beleuchtung auf ein Minimum reduziert werden kann. Energieeffizienz bedeutet auch die Berücksichtigung des Aufwandes für Erstellung, Umrüstung und Abbruch einer Logistikimmobilie. Hier seien der Einsatz von recyclebaren Materialien, die einfache Demontierbarkeit oder ein flexibles Layout der Grundrissgestaltung genannt.

Einsatz erneuerbarer Energien

Im Zusammenhang mit den Folgen des Klimawandels weist Umweltminister Sigmar Gabriel auf die Chancen einer „dritten Industriellen Revolution“ hin. Dieses gilt insbesondere für Deutschland, denn wir verfügen über ein Know-How - Vorsprung in der Technologie der erneuerbaren Energien wie Geothermie‚ Windkraft, Solarthermie, Photovoltaik, Bioenergie und Wasserkraft. All diese technisch ausgereiften Lösungen können bei der Planung von Logistikimmobilien und bei der Standortwahl berücksichtigt werden. Jedoch ist nicht jede Energieform für jeden Ort geeignet. Hier gilt es, eine auf die spezifischen Rahmenbedingungen zugeschnittene Lösung zu entwickeln. Die Rahmenbedingungen ergeben sich z.B. aus den klimatischen Verhältnisse vor Ort, den politischen Vorgaben (z.B. der Clusterpolitik) oder der Verfügbarkeit von Förderprogrammen welche Risiken aus Investitionen in erneuerbare Energien abfedern können.

Funktionale Architektur

Der Markt der Logistikimmobilien ist zunehmend spekulativ. Logistikimmobilien werden immer häufiger von Investoren und Betreibern entwickelt und betrieben als von den Logistikfirmen selbst. Durch die ständigen Veränderungsprozesse in den globalisierten Märkten, sind die Logistikfirmen gezwungen, bezüglich des Standortes schnell und flexibel zu reagieren. Das wirkt sich stark auf die Mietvertragslaufzeiten aus, die immer kürzer werden. So entsteht ein Nachfragemarkt, in dem die potentiellen Nutzer Logistikimmobilien vergleichen und auswählen können. Um in diesem Umfeld als Betreiber zu bestehen, muss die Logistikimmobilie der Zukunft daher flexibel teilbar und nutzbar sein. Auch wenn es die maßgeschneiderte Logistikimmobilie in Zukunft nicht mehr oft geben wird, so sollte der funktionale architektonische Rahmen ein Maximum an Individualität zulassen.

Ansprechende Gestaltung

Logistikimmobilien erfahren in den meisten Gemeinden eine geringe Akzeptanz. Riesige Volumina, 24 Stunden Betrieb, hohes Verkehrsaufkommen und im Verhältnis zur überbauten Fläche relativ wenig Arbeitsplätze, lassen Logistikimmobilien für Gemeinden oftmals unattraktiv erscheinen. Umso wichtiger ist Ihre gute Gestaltung und verträgliche Einbindung in die Umgebung. Bewährte Mittel sind dabei eine differenzierte ggf. abgestaffelte Ausbildung der Baukörper, Einhügelungen, Umwaldungen, und eine ansprechende, minimierende Farbgestaltung. Dem Bedürfnis der Mieter nach einem corporate image sollte durch repräsentative, dem Ensemble angepasste Bürogebäude Rechnung getragen werden.

Fazit

Nachhaltigkeitsstrategien bei der Konzipierung von Logistikimmobilien generieren einen Mehrwert

für alle Beteiligten:

- Der Betreiber kann seine Position im Mietmarkt behaupten und damit zukünftige Nutzer an sich binden.

- Der Nutzer kann auf eine funktionale und ansprechende Infrastruktur zurückgreifen, die ihm Energiesicherheit gewährleistet und Nebenkosten einspart.

- Für die öffentliche Hand entsteht ein innovatives Arbeitsumfeld, welches den Standort stärkt und eine überregionale Anziehungskraft entfaltet.

Quelle: media mind, Magazinreihe, Logistik und Verkehr 2007, Seite 48/49